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Mehr als nur eine Fanseite: was NGOs noch mit Facebook machen können

Facebook ist inzwischen auch in Deutschland das soziale Netzwerk Nummer Eins. Und kaum eine kampagnenorientierte NGO kann es sich noch erlauben keinen Facebook-Auftritt zu haben – schliesslich hat das Netzwerk inzwischen mehr als 20 Millionen aktive Nutzer in der Bundesrepublik. Die meisten Organisationen haben sich auf Facebook eine Fanpage eingerichtet, posten dort (mehr oder minder) regelmässig Updates und kommen mit Unterstützern und Interessenten ins Gespräch. Vielfach sind auf den Organisations-Webseiten inzwischen auch ‚gefällt mir‘-Buttons integriert, doch viel mehr passiert nicht. Dass man Facebook auch viel intensiver nutzen kann, haben wir bereits in unserem Beitrag zur WWF-Tiger-Kampagne vorgestellt. Doch seither hat sich viel getan –  Facebook hat viele neue Features eingeführt und insbesondere mit dem Open Graph eine Möglichkeit geschaffen, wie auch externe Webseiten das Wissen um soziale Beziehungen innerhalb Facebooks nutzbar machen können.

In einer kleinen Serie werden wie deshalb in den kommenden Wochen Organisationen vorstellen, die Facebook für mehr nutzen als „nur“ für eine Fanpage.


Den Anfang macht die gemeinnützige Spendenplattform betterplace.org, für die ich tätig bin. betterplace.org ist eine offene Plattform, auf der Organisationen und Privatpersonen aus dem In- und Ausland soziale Projekte vorstellen und für diese Spenden sammeln können. Bei der Projektvorstellung stehen Transparenz, Offenheit und Kommunikation im Mittelpunkt. Als entscheidenen Faktor sieht betterplace.org das Thema Vertrauen. Nur wer einer Organisation oder einer Einzelperson vertraut, wird dieser sein Geld in Form einer Spende „anvertrauen“. Durch die weite Verbreitung von Facebook hat sich betterplace.org nun entschieden die bestehenden Vertrauensmechanismen mit Hilfe der Facebook-API (Schnittstelle) zu ergänzen.

Der Grundgedanke ist dabei folgender: umso näher ein Interessent sich einem auf betterplace.org vorgestellten Projekt fühlt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es unterstützen wird. Deshalb können Interessenten, die sich bei betterplace.org mit ihrem Facebook-Account eingeloggt haben, sehen, ob Freunde oder Bekannte von ihnen in einer Beziehung zu dem Projekt stehen: hat meine Schulfreundin vielleicht dieses Projekt bereits bespendet? Oder hat mein Studienkollege es besucht? Oder kennt meine Cousine sogar den Projekt-Verantwortlichen? All diese Informationen bildet betterplace.org auf einer Karte ab. Natürlich sind diese Informationen nicht für alle sichtbar, sondern immer nur für den jeweiligen Nutzer, dem auch immer nur die möglichen Beziehungen seiner Facebook-Freunde (welche auch bei betterplace.org registriert sind) angezeigt werden. Die Informationen bleiben also quasi „in der eigenen Famile“. Wie das genau aussieht, zeigen diese beiden Karten-Ausschnitte, die der betterplace.org Karte entnommen sind:


 

Der obere Ausschnitt zeigt die Standard-Karte, auf welcher mit grünen Symbolen alle Projekte angezeigt sind, die auf betterplace.org aktiv sind. Per Mouse-Over wird der Name des Projekts angezeigt, per Klick öffnet sich ein Kasten mit einer Kurzinformation zum Projekt. Loggt man sich nun per Facebook ein, erhält man den unteren Ausschnitt zu sehen. Neben den grünen Symbolen gibt es nun auch blaue Symbole auf der Karte zu sehen. Die blauen Symbole markieren Projekte zu denen meine Facebook-Freunde eine Beziehung haben. In der Kurzinformation wird dem Nutzer dann genauer angezeigt welche Art von Beziehung welcher meiner Freunde zu diesem Projekt hat. Diese Art der Vertrauens-Empfehlungen nutzen in Deutschland bisher insbesondere Online-Medien, wie z.B. SpiegelOnline, die dem Leser anzeigen, welche Artikel seine Facebook-Freunde empfehlen oder verbreiten. Viele weitere Anwendungsmöglichkeiten sind im Rahmen des OpenGraphs denkbar und können auch für NGOs zahlreiche Chancen bieten – insbesondere dort wo es um vertrauensvolle Empfehlungen geht.

In der nächsten Folge unserer kleinen Facebook-Serie werden wir uns mit dem Thema Facebook-Apps und -Spiele befassen.

 

One comment

  1. Elvira N. says:

    Das Potential der neuen sozialen Netzwerke lässt sich in der Tat sehr gut „sozial“ verwerten und bietet eine Menge Spielraum um die unterschiedlichsten Menschen zu erreichen. Vertrauen innerhalb des Netzwerk verschafft den Trust, den die einzelnen Projekte und das Fundraising an sich so sehr brauchen.

    Gruß,
    Elvira

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