Olympia und NGO-Kampagnen

Ähnlich wie die Fußball-EM (vgl. unseren Beitrag dazu) ist Olympia ein Großereignis, welches gerne auch von NGOs als Anlass für Kampagnenarbeit genutzt wird. Erst recht, wenn die olympischen Spiele wie in diesem Jahr in China stattfinden, welches wegen seiner Menschrechts- und Sozialpolitik immer wieder im internationalen Focus steht.

So ist es auch wenig verwunderlich, dass insbesondere Menschrechtsorganisationen besonders aktiv sind, um die Spiele auch für ihre Interessen zu nutzen und Aufmerksamkeit auf ihre Themen zu lenken. Allen voran ist dies amnesty international, die mit ihrer Kampagne ‚Gold für Menschenrechte‚ für viel Aufmerksamkeit sorgen. Dies liegt zum einen am auffälligen (goldgelben) Design, welches eine klare und verständliche Botschaft transportiert. Mit einem Mix auis bezahlten und gesponserten Anzeigen erreichen sie zudem eine hohe Medienwirkung. Gepaart mit vielen Infoständen, die die Menschen auf der Strasse ansprechen, sind insbesondere auch ihre Webaktivitäten erwähnenswert. Besonders gut gefällt mir die Idee provokative Kleinanzeigen in Stadtmagazinen oder ähnlichem zu schalten. Vorlagen dazu gibt es hier. Wie so häufig geht die internationale Kampagne von amnesty international noch einen Schritt weiter: Zum einen mit drastischen Plakaten (siehe hier), zum anderen mit einem Aktionstag gegen (Internet-)Zensur. Für letzteres wurden Internetuser aufgerufen, zensierende Banner auf ihren Seiten zu schlaten. Neben dem eigentlichen Banner zensieren diese Tools Teile der eigenen Webseite und machen sie so unlesbar. Due Aufmerksamkeit der Besucher wird somit fast garantiert – eine hervorragende Idee um plastisch das Dilemma der Zensur darzustellen (zu betrachten u.a. beim geschätzten Kollegen patje.de).

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Tanabata: Globale Moblisierung zum G8-Gipfel in Japan

Eine bemerkenswerte weltweite Mobilisierung haben derzeit die nationalen Plattformen des „Global Call to Action against Poverty“ (GCAP) laufen. Zum G8-Gipfel in Japan Anfang Juli knüpfen die Anti-Armuts-Aktivisten an die japanische Tanabata-Tradition an und sammeln Wünsche gegen Armut. Nach der japanischen Überlieferung gehen Wünsche in Erfüllung, wenn sie am 7. Juli an einen Bambusbaum gehängt werden. Diese Wünsche sammeln derzeit Entwicklungsorganisationen und Armutskampagnen in mehreren Ländern.

GCAP stellt auf internationaler Ebene ein zentrales Tool bereit, das – an den nationalen Kontext angepasst – auf Webseiten bereitgestellt werden kann. Passend dazu stellt GCAP auf der globalen Webseite Banner in verschiedenen Sprachen und Formaten zur Verfügung. Die Dateien gibt’s auch als PNG/PSD-Layer-Dateien zum anpassen.

Das Widget wird unterschiedlich genutzt. Es gibt Varianten auf Englisch, Französisch und Spanisch. Unterstützer können zwischen vier Forderungen auswählen: Bildung für alle, bessere Gesundheitsversorgung, Massnahmen gegen Klimawand sowie mehr und bessere Entwicklungszusammenarbeit. Weil aber zum Beispiel die große internationale NGO-Familie Oxfam (in UK auf Englisch, in Canada auf Französisch) auf „Bildung für alle“ verzichtet, kommt für diese vierte Forderung nur rund ein Viertel der „Stimmen“ zusammen (in Großbritannien gibt es parallel bei anderen Organisationen alle vier Forderungen, zum Beispiel bei CAFOD).

In Japan selbst, gibt es zum G8-Gipfel mehrere Kampagnen, die in die Tanabata-Richtung gehen: Bei „Me Too“ mobilisieren eine handvoll internationaler NGO-Familien die japanische Bevölkerung (Bericht über „Me Too“-Kampagnenstart. Mitschnitt der Pressekonferenz bei Youtube, auf japanisch). Auch die japanische GCAP-Kampagne Hottokenai hat eine „Voices against Poverty„-Aktion laufen.

Das japanische Bündnis G8-NGO-Forum hat mit der Tanzaku-Aktion die japanische Version der Wunsch-Aktion gestartet. Ähnlich wie die Tanzaku-Aktion kann man auch die deutsche „Deine Stimme gegen Armut“-Kampagne einen echten eigenen (Frei-)Text-Wunsch äußern – eine Gratwanderung wenn man mit der Kampagne eigentlich bestimmte Themen kommunizieren und Ziele erreichen will, was bei „Deine Stimme gegen Armut“ offensichtlich funktioniert, wenn man sich durch die rund 2.500 Wünsche klickt.

Vor einigen Tagen wurden in Japan die ersten G8-Wünsche an den Ministerpräsidenten Fukuda übergeben. Weitere Übergaben sind geplant: am 3. Juli werden Großbritanniens Premier Gordon Brown und der kanadische Staatschef Stephen Harper die Botschaften entgegennehmen. In Deutschland präsentiert „Deine Stimme gegen Armut“ die Wünsche und Erwartungen der Bürger im Rahmen einer Kundgebung in Berlin.

Kurz notiert (19.06.2008)

Ganz begeistert zeige ich mich heute von dem Portal Osocio, welches social advertising und NGO Kampagnen aus aller Welt vorstellt. Dahinter verbirgt sich ein Fundus an Spots, Plakaten, Aktionsdokumentationen und vielem mehr. Hier sollte sich jede NGO einmal für eigene Kampagnen inspirieren lassen und überprüfen was ggf. auf die eigene Arbeit übertragbar ist – und was eben nicht.

Auf dem SocialCamp am letzten Wochenende in Berlin gab es am Rande bereits spannende Berichte darüber wie zum Teil ganz anders die Nutzung von Mobiltelefonen in Entwicklungs- und Schwellenländern ist. Wenig erstaunlich also, dass dort Hadys auch ganz anders im Bereich von Kampagnen  eingesetzt werden. Beispiele dafür, aber auch aus dem Rest der Welt, listet das Portal MobileActive.org auf. Insbesondere ein Blick in den Blog der Seite ist lohnenswert!

Kaum eine Kampagne kommt in der Argumentation heutzutage noch ohne gute Statistiken aus. Doch das Suchen oder gar erheben von Statistiken ist aufwändig und für viele NGOs auch zu teuer. Abhilfe schafft nun Statista, ein Portal, welches mehr als eine Million unterschiedlichster Statistiken zur Verfügung stellt und diese können auch kostenlos in die eigene Website eingebunden werden. Leider sind bisher keine brauchbaren Statistiken für den Bereich Entwicklungspolitik zu finden, aber das kann ja noch kommen.

Und dieser Tage geht natürlich kaum ein Blog-Eintrag ohne Fußball-EM. In einem vorherigen Blog-Eintrag hatten wir ja schon einige NGO-Aktivitäten rund die Euro2008 vorgestellt. An dieser Stelle möchten wir nun noch für etwas Zeitvertreib sorgen: bei Utopia kann man derzeit an einem Online-Torwandschiessen teilnehmen. Das ist nicht nur hübsch gemacht, der Gewinner-Community winkt auch Ruhm und Ehre – in Form einer Anpflanzung von 1000 Bäumen.

NGO 2.0 – Socialcamp in Berlin

Zwei Tage lang haben am Wochenende Praktiker aus NGOs, Online-Aktivisten, Blogger und Webentwickler beim ersten Socialcamp in Berlin darüber diskutiert, wie neue Entwicklungen im Internet für die NGO-Arbeit genutzt werden können, NGOs erfolgreich im Web agieren können und sich die Arbeit von Organisationen durch „Web 2.0“ verändert.

Vorweg: Die Veranstaltung war klasse und ausgesprochen inspirierend. Die MacherInnen von Social-Networks wie helpedia, elargio, netzwirken oder mixxt und Kaioo waren da, genauso wie die Blogger von Netzpolitik.org oder Alles-was-gerecht-ist. Die Resonanz aus den klassischen NGO dagegen war bescheiden – ein Aspekt, der vielfach beklagt wurde und sich beim nächsten Mal ändern muss: Wie sonst sollen die Bedürfnisse, Interessen der Organisationen erkannt und Grenzen des Mitmachwebs bei NGOs ausgelotet werden? Lediglich Kollegen von Plan International Deutschland, dem Weltfriedensdienst und Transparency Deutschland habe ich neben neben Björn von erlassjahr.de und mir selbst gezählt. Ein subjektiver Bericht:

Am spannendsten fande ich die Session zur Kooperation von NGOs und sozialen Netzwerken am 2. Tag, bei dem eine Bestandsaufnahme von Eigenschaften, Trends und möglichen Kooperationsformen beider Akteursgruppen vorgenommen wurde (siehe Flipcharts). Günter Metzges von Campact hat dazu interessante Überlegungen aus dem bevorstehenden Relaunch des Kampagnenportals vorgestellt.

In der Session über „Entwicklungszusammenarbeit und IT“ haben Christian Kreutz (GTZ) und Mitarbeiterinnen der Agentur newthinking anhand wegweisender Webprojekte aus Afrika gezeigt, wie neue Technologien in Entwicklungsländern genutzt werden können (Celac aus Uganda, Afrigadget oder der Brosdi Audio-Blog) und auch, welche Herausforderungen auf Hilfswerke im Norden zukommen (Stichwort: Transparenz bei Entwicklungsprojekten bzw. stärkere und ungefilterte Stimmen aus dem Süden durch Blogs).

Nutzen und Risiken von NGO-Blogs wurden diskutiert (Bloggt die Organisation – öde – oder einzelne Mitarbeiter – potenziell unkontrollierbar?). Eine kostenlose, individuelle Social-Network-Lösung wurde vorgestellt (Kaioo.com stellt in diesen Tagen ein Meta-Netzwerk vor, aber wie gemeinnützig ist Kaioo wirklich?), über Open Source-Lösungen für NGOs diskutiert und gleich in der nächsten Session gefragt: Wie kann die Corporate Identity im Web 2.0 gestärkt bzw. „behalten“ werden (zum Thema NGO als Marke vgl. diese Präsentation).

Spannend ist die Frage, wie die beim Socialcamp begonnene Diskussion weitergeht. Dass das gesehen soll, darin waren sich die Teilnehmer einig, in Berlin soll das bei einem regelmäßigen Stammtisch geschehen (1. Juli, 19 Uhr, taz-Café). Eine umfangreiche Dokumentation der Session wird hier aufgebaut. Mehr Fotos vom Socialcamp gibt es hier und hier, Berichte unter anderem von Andrea Nienhaus, Richard und Patrick Jedamzik und Marcus Beckendahl.

Kurz notiert (11.06.2008)

Am Wochenende steht das Social Camp vor der Tür – die Veranstalter bringen in Berlin 120 Vertreter gemeinnütziger Organisationen und führende Internetexperten zusammen. Gemeinsam gehen sie der Frage, wie man Internet und Web 2.0 für soziale Zwecke nutzbar macht. Die Pressemitteilung dazu gibt es hier. Wir werden ebenfalls vor Ort sein und anschliessend hier im Blog ausführlich von diesem Ereignis berichten.

Eine tolle Online-Kampagne gegen den Walfang hat derzeit Greenpeace Australien am Start. Auf deren Seite „Send A Whale“ kann man sich seinen eigenen virtuellen Wal gestalten, der dann eine Botschaft an den japanischen Premier Minister überliefert in der das Ende des Walfangs gefordert wird. Die Seite verbindet wunderbar eine politische Botschaft mit eigener Kreativität, zudem wirklich ansprechend gestaltet.

Weniger internetaffinen Menschen die Vorteile des Web 2.0 zu vermitteln ist das erklärte Ziel von blogpatenschaften.de. Auch hier steht also die Vernetzung von Internetprofis mit sozial engagierten Menschen im Mittelpunkt – ähnlich wie beim Social Camp. So sollen Menschen, die ihre Meinungen und Aktivitäten bisher nur offline eingebracht haben, an das Internet herangeführt werden. Die Idee an sich ist gut: in vielen Organisationen gibt es immer noch viele Offliner, die dadurch werden ein Sprachrohr noch einen Anschluss an viele aktuelle Aktivitäten haben. Die tatsächliche Umsetzung stelle ich mir jedoch kompliziert und sehr aufweändig vor. Dennoch: viel Erfolg!

Gestern haben Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy einen Kompromiss zum Kohlendioxidausstoß vorgelegt. Die Grünen kritisierten prompt, dass der Kompromiss nur auf die Forderungen der Automobilindustrie eingegangen sei. Wie diese im Bereich von Marketing und Lobbying zu „tricksen“ versucht, zeigt ein interessanter Artikel von Thomas Zimmerling in seinem Public Affairs Blog.

Fussball EM und Zivilgesellschaft

Vom 7. bis 29. Juni findet die Fussball Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz statt. Viele NGOs nutzen solche Großveranstaltungen, um ihre Interessen in die Öffentlichkeit zu bringen. Wir haben einen ersten kurzen Streifzug durch das Internet unternommen, um hier kurz Kampagnen vorzustellen, die dieses Thema aufgreifen.

Die Organisation Viva con Agua de Sankt Pauli, die Trinkwasser-Projekte in Afrika und Lateinamerika fördert, nutzt bereits die Wochen vor der EM für ihren Wasser!Marsch 2008. Selbiger führt 7 Aktivisten im Laufe von 39 Tagen von Hamburg bis nach Basel, in die Stadt des EM-Eröfffnungsspieles. Zu Fuß und mit einem afrikanischen Lastenfahrrad machen sie dabei in zahlreichen deutschen Städten Station, wo jeweils auf lokalen Veranstaltungen um Unterstützung für ihre Projekte gebeten wird. Mit dabei sind auch immer wieder prominente Sportler und Musiker. Sicherlich ein guter Schachzug bereits deutlich im Vorfeld der EM dieses Thema mit dem eigenen Anliegen zu verknüpfen – bevor es im sportlichen Taumel der eigentlichen Veranstaltung untergeht. Gelungen auch die Verknüpfung der Aktionen auf der Straße und der Aufarbeitung im Netz: auf der Homepage von Viva con Agua gibt es eine Tagebuch von der Reise und auch die ersten Videos stehen schon bereit. Selbst einen eigenen Soundtrack zur Aktion bietet die Organisation auf.

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Kurz notiert (20.05.2008)

Neues kommt ein weiteres Mal aus dem Hause Greenpeace: selbige beta-testen gerade Greenpeace.TV und man kann schon gut erkennen wo die Reise hingehen soll. Ein schnell zu navigierendes Schaufenster, welches ihre aktuellen Spots und Themen-Filme zusammenfasst und für den User leicht zu erkunden ist. Wir sind weiterhin gespannt.

Beeindruckend ist die Initiative ‚Plant for the Planet‚, die das Ziel verfolgt, dass Kinder und Jugendliche 1 Million neue Bäume pflanzen. Sie wird getragen vom German Marshall Plan und dem Schülernetzwerk Connecting Youth. Insbesondere viele Schulden haben sich hier bereits engagiert, fast 100.000 Bäume wurden bereits gepflanzt, weitere 80.000 schon versprochen.

Wer in der Mittagspause statt Moorhühner schiessen mal etwas anderes spielen möchte. Dem empfehlen wir das Agrar-Subventions-Bowling von Oxfam, welches für eine gerechte Agrarpolitik wirbt. Alternativ bietet sich jederzeit das Lernen englischer Vokabeln via freerice.com an: für jede richtige Vokabel werden dort 10 Reiskörner an das Ernäherungsprogramm der UN gespendet.

In einem gut ein halbes Jahr alten Artikel wurden die Non-Profit-Unterstützungsinitiativen von Facebook (‚Causes‚) und Myspace (‚Impact‚) verglichen. Der Autor kam schon damals zu dem Ergebnis, dass das Causes-Programm mehr erreichen würde. Somit ist es nur konsequent, dass Causes nun auch auf MySpace intrgiert wurde und Inhalte zwischen den beiden Plattformen ausgetauscht werden können. Ansätze dieser Art sind auch für die Zukunft wünschenswert, denn die immer mehr stattfindene Zersplitterung von Initiativen hilft den Usern meist nicht, wenn sie schnell und konkret helfen wollen.

In der Gemeinde der Twitterati möchten wir zum Abschluß ganz herlich Dr. Brigitte Reiser begrüßen, die die interessante Seite nonprofits-vernetzt.de betreut.

Update zur Birma-Aktion

Vor gut 10 Tagen hatten wir an dieser Stelle einen kleinen Versuchsballon mit einer Online-Spendenaktion gestartet. Unser Ziel war es damals gewesen innerhalb kurzer Zeit 500 Euro Spenden zusammen zu bekommen. Heutiger Stand sind 120 Euro. Ist das Web2.0 damit gescheitert? Nein, ich denke nicht. Zum Einen ist festzustellen, dass sich generell in der Medien- und NGO-Aktivität rund um Birma einiges getan hat. Zum anderen haben viele Freunde von mir bekundet ihr Geld an andere Organisationen oder über andere Plattformen spenden zu wollen. Und schliesslich ist die Schwierigkeit der Hilfe im Umgang mit der Militär-Junta auch an den potentiellen Spendern nicht vorbeigegangen. Zudem haben einige sich auch im Bereich der Hilfe für die Opfer der Erdbeben-Katastrophe in China engagiert.

Und während Anfang letzter Woche noch die geringe Spendenbereitschaft der Deutschen beklagt wurde, hat sich diesbezüglich inzwischen manches getan. Interessant dabei u.a. auch das Engagement von Firmen wie 1&1, die die Nutzer ihrer Dienste (u.a. GMX und Web.de) explizit um Spenden bitten. Dass die dringend benötigte Hilfe auch ankommt, kann z.B. über die Twitter-Einträge von Ärzte ohne Grenzen verfolgt werden. Und auch in der Blogger-Szene wurden zahlreiche Artikel gepostet. Interessant sind dabei die unter BLOG4BURMA zusammengefassten Perspektiven einzelner Blogger. Die Hilfsorganisationen selbst berichten ebenfalls quasi direkt aus Birma via dem Notrufblog.

Wer sich noch an unserer kleinen Spendenaktion beteiligen möchte, kann dies weiterhin hier tun.

Birma-Aktion: jetzt mitmachen!

Gestern habe ich mich hier um Blog darüber beschwert, dass das Web2.0 in Bezug auf Birma und die dortige Naturkatastrophe so tatenlos geblieben ist. Und da man bekanntlich mit gutem Beispiel voran gehen soll, habe ich kurzerhand eine kleine Spendenaktion ins Leben gerufen. Sie soll aber auch einen Bezug zu unserer Thematik hier haben. Und somit ist das ganze auch ein kleiner Testballon. Bei dem neuen Spendenportal elargio.de habe ich eine Aktion eingestellt, die 500 Euro als Spendenziel hat. Zur Aktion geht es hier: JETZT MITMACHEN! Gleichzeitig möchte ich testen wie schnell wir diese Marke erreichen und ggf. auch übertreffen. Sprich wie schnell gelingt es der Web 2.0 Gemeinde zu reagieren und über die Social Networks genügend Freiwillige zu mobilisieren, die schnell helfen wollen. Meine erste Zielmarke sind 24 Stunden – was ist in diesen 24 Stunden zu erreichen? Macht jetzt mit und vor allem: verteilt es weiter!

Kommentar: Wo ist Birma?

Am vergangenen Wochenende hat ein verheerender Wirbelsturm große Teil von Birma verwüstet. Während die regierende diktatorische Militär-Junta die Folgen zunächst noch herunter spielte, wird das Ausmaß der Katastrophe spätestens seit Montag deutlich: 10.000e Tote, Millionen von Obdachlosen und eine bisher nicht funktionierende Katastrophenhilfe. Ausländische Helfer werden massiv durch die Militär-Junta behindert – alles zu Lasten der notleidenden Bevölkerung.

Dies allein ist schon dramatisch genug – doch noch etwas fällt auf: der Aufschrei rund um den Globus bleibt bis dato aus. Zumindest so weit dies ein kurzer Überblick über die Web2.0 Seiten belegen kann. Bei Facebook bilden sich keine Unterstützergruppen, es wird nur sehr vereinzelt von Einzelpersonen (nicht Hilfswerken!) zu Spenden aufgerufen etc. Bei dem Aufstand der Mönche in Birma im vergangenen Jahr war dies noch ganz anders. Weltweit wurden die Menschenrechtsverletzungen angeprangert, eine gigantische Internetkampagne übte sich in Solidarität. Und heute? Fehlanzeige.

Woran liegt das? An fehlden Bildern, an keinen direkten Bezügen (wie damals beim Tsunami als auch Tausende Touristen betroffen waren) oder am Gefühl der Hilfslosigkeit? Auch dieses Mal geht es um Menschenrechte: um das Menschenrecht auf Überleben. Um den Kampf gegen das Regime in Birma, damit dieses ausländische Hilfe zulässt.

Die neuerdings auch twitternde Diakonie Katastrophenhilfe hat gestern 50.000 Euro Soforthilfe bereit gestellt (aber seltsamerweise in der Twitter-Nachricht nicht zu Spenden aufgerufen). Das Bündnis ‚Entwicklung hilft‘ ist inzwischen ebenso tätig geworden. Doch noch viel mehr ist nötig und jedeR kann dazu beitragen. Ob online oder offline: eine Reaktion ist nötig – insbesondere auch um den Menschen vor Ort Solidarität zu signalisieren. Im Kampf gegen die Katastrophe und gegen die Diktatur.

Online Spenden kann man u.a. bei Brot für die Welt.

Kurzer Einwurf: Kampagnenspots

Ich war gestern abend im Kino und im Rahmen der Werbung liefen hintereinander jeweils ein Spot von Greenpeace und einer von der Zukunft Kino Marketing GmbH. Beides sind im Endeffekt Imagespots, der von Greenpeace wirbt mithin für die generelle Unterstützung der Organisation, der von Zukunft Kino dafür, dass das Kino auch weiterhin der Ort sein solle, wo Filme angeschaut werden (entsprechend dem Slogan ‚Kino – dafür werden Filme gemacht‘).

Betrachten wir zunächst den Spot von Zukunft Kino Marketing:

Die Idee für den Spot gefällt mir gut, auch die Umsetzung folgt klar den Ansätzen des viralen Marketings. Mit einem pseudo-echten Reporter, der im TV-Stil ein Skandal nach dem anderen aufdeckt. Dann wird auch die URL zur Kampagne (filmbefreier.de) eingeblendet. So weit eigentlich alles richtig gemacht: Interesse geschaffen, man hat kurz gegrinst, auf den Weg zu weiteren Informationen hingewiesen (via URL), doch dann scheint es als hätte sich die konservative Marketingabteilung gegen die Agentur durchgesetzt. Der Reporter wird zum Moralapostel (‚…gehen Sie ins Kino!‘) und die Message wird als Einspieler noch einmal hinterher geschleudert. Hier wäre weniger mehr gewesen: nur die Nennung der URL hätte mich sicher dazu verführt mir anzuschauen wofür der Spot ist (auch wenn man es ahnen konnte), so war die Auflösung eher ermüdend. Ich habe es als vertane Chance wahrgenommen.

Ganz anders Greenpeace in ihrem Spot vom Ende des letzten Jahres:

Ein kurzer, klarer Spot, der einen trotzdem mitfiebern und mitleiden lässt und der nicht moralisierend zum Engagement aufruft – und zwar gerade auch die, die eher vom Fernsehsessel aus ‚aktiv‘ werden wollen. Gefreut hat mich auch, dass der Spot von Studenten Filmakademie Baden-Württemberg gemacht worden ist. Tolle Leistung! (via werbeblogger).

Aber zum Schluss bleibt dennoch eine kritische Frage: was bleibt hängen? Greenpeace nennt zum Beispiel im Spot noch nicht einmal mehr seine Internetadresse. Viel schlimmer ist es, wenn man dann auf Greenpeace.de versucht diesen Werbespot wieder zu finden. Mir ist das nicht gelungen. Es findet also keine Anschlussleistung statt, was schade ist.

Das geht bei filmbefreier.de viel schneller: der Spot (und weitere) sind schnell gefunden. Doch die Spots lassen sich weder einbinden noch verlinken. Das widerspricht in erschreckender Weise dem Ansatz des viralen Marketings. Ich musste daher sowohl den Greenpeace als auch den filmbefreier-Spot erst über youtube suchen, um sie hier einzubauen. Wieder eine vergebene Möglichkeit.

Sichtschutz Moskitonetz?

buttonAm 25. April war Welt-Malaria-Tag. Das war im Prinzip nicht zu übersehen überlesen. Eine kurze Suche liefert Artikel in den Online-Ausgaben von taz, Focus, Die Welt, Das Parlament usw. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon schrieb in der FR. Selbst die Pharma-Industrie wurde aktiv. Und entwicklungspolitische Organisationen und Kampagnen? In Berlin war die zentrale Aktionen mit menschlichen Moskitonetzen angekündigt, in Köln und Nürnberg gab es Info-Stände. Und das alles unter dem frischen Motto „Mach die Mücke!“ Klingt vielversprechend. Da sind sicher tolle Bilder von forschen Kampagnenaktionen entstanden. Mal schauen.

In Berlin am Potsdamer Platz sollte ein menschliche Moskitonetz entstehen, Jahrmarktbuden mit den Aktionen „Stich zurück“ und „Hau die Anopheles-Mücke“ Jugendliche anlocken. Fußballer von Hertha BSC waren involviert, auch Entwicklungsministerin Wiezcorek-Zeul soll da gewesen sein. Organisiert wurde die Aktion vom Deutschem Roten Kreuz (DRK), der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), als Mitgliedern der Europäischen Allianz gegen Malaria, der Kampagne MalariaNoMore Deutschland sowie action medeor als Träger der Kampagne Stop Malaria Now.

Ein junger Arzt mit Malaria-Patientin (Foto: action medeor/ Birgit Betzelt)Ich zähle drei Organisationen, drei Kampagnen, einen Promi, eine Bundesministerin – und bin enttäuscht. Hat die Aktion wirklich stattgefunden? Drei Tage später finde ich im Netz nichts darüber. Kein Video bei youtube.com oder myvideo.de, kein Bild auf flickr.com. Die Webseiten der Organisationen illustrieren ihre Ankündigungen mit Bilder aus Projekten in Entwicklungsländern. Der Nachrichtenwert ist jetzt gleich Null. Enttäuschendes Urteil: Hier wurden Chancen vertan.

Kurz notiert (26.04.2008)

Immer mehr NGOs nutzen in diesen Tagen Videos um ihre Botschaften gezielt oder viral zu verbreiten. Zwei Videos haben in der vergangenen Wochen für besonders viel Aufmerksamkeit gesorgt. Das erste kommt von amnesty international und Teil einer Kampagne gegen Menschenrechtsverletzungen im „Kampf gegen den Terror“. Er behandelt die Foltermethode des sogenannten Waterboarding. Der Film ist äusserst drastisch und umso muss man ai für den Mut gratulieren diesen Spot auch in britischen Kinos zu zeigen:

Auch Greenpeace verwendet Schockbilder in ihrem neuesten Spot, der den Schutz des Regenwaldes in Indonesien zum Thema hat. Doch die Bilder sind ganz anders verpackt und rufen damit eine andere Emotionalisierung beim Zuschauer hervor. Zudem prangert Greenpeace direkt die Marke einer Firma an: Dove von Unilever. Hintergrund: laut Greenpeace kauft Unilever für die Kosmetikserie von Dove Palmöl bei Lieferanten ein, die den indonesischen Regenwald zerstören. (via: textdepot)

Allen, die sich mit der Frage “Wie kann man das Web 2.0 für eine bessere Welt einsetzen?” interessieren, sei am 7. Mai in Berlin ein Treffen mit dem gleichen Namen empfohlen. Organisiert wird die Veranstaltung von 3plusX, einem interdisziplinären Netzwerk für Berufstätige, welches sich mit Themen rund um die nachhaltige Entwicklung befasst. Weitere Informationen dazu finden sich bei helpedia. Eine Konferenz, die sich am Rande mit einer ähnlichen Fragestellung beschäftigte war ‚Politics: Web 2.0‘, die in der letzten Woche in London stattgefunden hat. Bei politik-digital gibt es einen Bericht von der Konferenz. Leider lässt sich ein Ankommen deutscher Politik und Parteien im Web 2.0 weiterhin kaum feststellen. Dies beweist u.a. auch dieser interessante (und teilweise fast süffisante) Artikel aus der Süddeutschen Zeitung: ‚Ortsverein statt Bloggen‘.

Als Ergänzung zu unserer Übersicht entwicklungspolitischer Blogs sei unbedingt noch die Seite reset.to erwähnt. Ziel der gemeinnützigen Stiftungsgesellschaft RESET ist es, das Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung zu schärfen und Spenden (Geld, Zeit und Sachmittel) möglichst effizient einzusetzen. Der Ansatz ist auf deren Homepage sehr interessant umgesetzt und der dazugehörige Blog liefert spannende, wenn auch teilweise sehr knappe, Neuigkeiten aus diesem politischen Umfeld.

Entwicklungspolitische Bloggerwüste

Als mich heute morgen meine Kollegin fragte, welchen (deutschsprachigen) Blog ich ihr empfehlen könnte, in dem über aktuelle entwicklungspolitische Themen geschrieben wird und mir als Antwort spontan „Keinen“ einfiel, wußte ich, dass ich diesen Artikel schreiben muss. Hier also das Ergebnis der Recherchen über den Einsatz von Techniken wie Blogs, RSS-Feeds und Newsletter bei entwicklungspolitische Kampagnen und Organisationen.

Wikipedia vergleicht Blogs mit einem öffentlich einsehbaren Tagebuch oder Journal. Es sei ein „einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens“ und sieht Blogging als Möglichkeit zur Schaffung von Gegenöffentlichkeit. In diesem Sinne sind Blogs also ideal geeignet, um die Arbeit von entwicklungspolitischen NGOs und Kampagnen darzustellen, die in den traditionellen Medien generell eher als Randthema auftauchen – sieht man von Zeiten schwerer Naturkatastrophen ab. Doch wer nutzt diese Technik und wie?

Nachrichtenportale und Meinungsseiten

Entwicklungspolitik Online (epo) dürfte wohl das bekannteste Nachrichtenportal der Branche sein. Es einen Dinosaurier zu nennen wäre despektierlich. Sämtliche Pressemeldungen von NGOs aber auch von staatlichen Stellen werden (leicht redaktionell bearbeitet) veröffentlicht (Technorati-Rang 854.202).

Die neue Generation sieht anders aus: Ganz jung (seit Dezember 2007, offiziell noch in der Beta-Phase), ganz modern in Design und Technik ist das Projekt Helpedia. Entstanden aus einer Initiative studentischer Unternehmensgründer wollen die Macher ein deutschlandweites Verzeichnisses gemeinnütziger Organisationen aufbauen, inkl. Veranstaltungskalender, Sachspendenplattform und „Engagementbörse“. Ausgestattet ist es mit allen Raffinessen die unter „Web 2.0“ subsummiert werden. Inhaltlich nicht ausschließlich entwicklungspolitisch angelegt, liest man im Helpedia-Blog (Technorati-Rang: 516.960) auch Meldungen aus dem Bereich Web2.0-Aktivismus und Transparenz im gemeinnützigen Sektor. Weiter so!

„Nachrichten rund ums Engagement“: Socialtimes bringt es schon in der Unterzeile auf den Punkt. Um die Verbindung von Journalismus und bürgerschaftlichem Engagement zu schaffen, arbeitet das Nachrichtenportal mit zwei Farben. Sie zeigen an, ob es sich um redaktionelle Beiträge oder die Meinungen von Einzelorganisationen handelt. Im Übrigen bringt es Helpedia auf den Punkt, die über das von der Sozial-AG betriebene Portal schreibt: „Zwar selten tiefgründig und niemals kritisch (zumindest gegenüber den Organisationen), aber zweifelsfrei der momentan umfassendste Überblick, was es Neues im gemeinnützigen Sektor gibt.“

Der Blog „Baustellen und Globalisierung“ von Rainer Falk (Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwickung) und Barbara Unmüßig (Heinrich-Böll-Stiftung) ist erst seit rund einem Jahr online. Er hat sich in dieser Zeit zu einem wichtigen Orientierungspunkt in der entwicklungspolitischen Debatte etabliert, der über aktuelle internationale Entwicklungen informiert und sich nicht scheut, diese kritisch einzuordnen. Schwerpunkte sind Finanzmärkte und die Internationalen Finanzinstitutionen IWF/ Weltbank, wie die Zahl der vergebenen Labels zeigt (Technorati-Rang 1.405.604).

Blogs von Kampagnen und Bündnissen

Eher als Nachrichtenportal für die Themen Millenniumsentwicklungsziele, Entwicklungsfinanzierung und G8 ist der Kampagnenblog von „Deine Stimme gegen Armut“ zu sehen. Selten pointiert kommentierend dafür mit einem Mix aus politischen Nachrichten, Berichten über Aktivitäten von prominenten Afrika-Aktivisten wie Bono und Bob Geldof, eigenen Kampagneninfos und denen von thematisch nahestehenden Kampagnen ist dieser Blog nicht nur einer der dienstältesten in der Kampagnen-Branche (seit Februar 2007) sondern auch einer der aktuellsten und am häufigsten gefütterte (Technorati-Rang 224.572).

Fachlich hochwertige Beiträge zum Thema „Internationale Schulden“ bietet der Kampagnenblog des Entschuldungsbündnisses erlassjahr.de. Auch über Kampagnenaktivitäten wird informiert, besonders interessant: die täglichen Berichte von Jürgen Kaiser aus Ecuador, wo er im Februar als Mitglied einer Regierungskommissions die Legitimität der Auslandsschulden des südamerikanischen Landes beurteilte. Erst seit Dezember 2007 ist der grafisch schlicht gehaltene Blog so richtig in Fahrt gekommen (Technorati-Rang 2.461.872).

Die noch recht junge „Klima-Allianz“ von Organisationen aus dem entwicklungs- und umweltpolitischen Bereich hat gleich die ganze Webseite auf WordPress aufgebaut, schafft es aber, dass sie überhaupt nicht nach Blog aussieht (RSS-Feed für alle Neuigkeiten). Da sich die Webseite ständig weiterentwickelt ist hier noch mit einigen wegweisenden Features zu rechnen.

Andere Kampagnen und Netzwerke (die bekanntesten: Bildungskampagne, Aktionsbündnis gegen Aids, StopEPA, EPA2007, Kampagne für Saubere Kleidung, CorA Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Aktionsbündnis Landmine (sehr umfangreiche und aktuelle Nachrichtenseite rund um Landminen und andere Waffen), BUKO Pharmakampagne, Gemeinsam für Afrika) vertun die Chancen schneller Kommunikation, die mit Blogs und News-Feeds gegeben sind. Sporadisch gefütterte News-Rubriken und E-Mail-Newsletter sind die einzigen Wege über aktuelle Aktivitäten informiert zu werden (Übrigens: eine gute Übersicht aktueller und jüngst abgeschlossener Kampagnen gibt’s beim Portal Globales Lernen)

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Kurz notiert (18.04.2008)

„Sind meine Plakate eigentlich erfolgreich?“ Während bei Spendenkampagnen der Erfolg häufig am monetären Rückfluss gemessen werden kann, ist dies bei Aufmerksamkeits- oder Beeinflussungskampagnen ganz anders. Wird das Plakat von meiner Zielgruppe angenommen? Wird sie daraufhin aktiv? Dies ist meist nur an den Statistiken von Webseiten-Zugriffen grob abzuschätzen. Eine bessere Messbarkeit von Plakatwerbung soll in Zukunft durch den vermehrten Einsatz eines QR-Codes auf Plakaten ermöglicht werden. Roger Fischer hat in seinem Blog eine Präsentation zu dieser neuen Technik eingestellt. Falls sich diese durchsetzen sollte, bietet sie sicherlich auch im Rahmen von NGO-Kampagnen ein hoch interessantes Potential. Bis dato ist uns jedoch noch keine NGO bekannt, die diese Technik in Deutschland einsetzt. (via pro:campaigning)

Derweil beweist „Campact – Demokratie in Aktion„, dass auch mit ganz klassischen Kampagnenmethoden noch eine breite Medienöffentlichkeit zu erreichen ist. Ausgerüstet mit Großpuppen, Riesenballons, Plakaten und einer Bimmelbahn sorgten sie für reichlich Furore vor der SPD-Parteizentrale als sie dort gegen die bevorstehende Bahnprivatisierung protestierten. Der Zeitpunkt war geschickt gewählt: vom SPD-Vorsitzenden Beck erwartete die Öffentlichkeit ein Machtwort und die angekündigte Pressekonferenz liess lange auf sich warten. Zeit genug für die TV-Teams vor Ort spektakuläre Bilder von Gegendemonstranten einzufangen. Campact hat die Vorgänge in einem kurzen Film dokumentiert, welcher gut Aufwand und Ergebnis der Aktion zusammenfasst.