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Oxfam sieht die G7 vor einer Richtungsentscheidung (Foto: argum/ Oxfam Deutschland)
Oxfam sieht die G7 vor einer Richtungsentscheidung (Foto: argum/ Oxfam Deutschland)

Medienstunt und Fotomotive: Visuelle Kampagnenkommunikation

An diesem Wochenende treffen sich die sieben mächtigsten Staats- und Regierungschefs auf Schloss Elmau in Bayern zum G7-Gipfel. Dieses Treffen ist für viele NGOs ein willkommener Anlass, um ihre Forderungen, wenn auch nicht direkt zu den Entscheider/innen, dann doch zumindest in die (internationale) Presse und damit in die Weltöffentlichkeit zu tragen. Und weil ein Bild mehr als tausend Worte sagt, werden die Botschaften im Rahmen eines Medienstunt präsentiert oder als geplantes Motiv visuell inszeniert.

Ein gutes Kampagnenbild funktioniert ohne zusätzliche Erläuterung, am besten wird die Botschaft durch das Motiv selbst transportiert und es braucht nicht noch ein erklärendes Banner im Bild – oder gar eine erläuternde Bildunterschrift. Das Bild sollte klar, unkompliziert, übersichtlich sein und kein Wimmelbild auf dem man erst lange nach der Botschaft suchen muss. Meine Timeline ist dieser Tage voll von solchen Bildern. Hier eine kleine Auswahl von Bildern, die Nonprofits rund um G7 ins Netz geschickt haben. Welches Motiv überzeugt? Wo kommt die Botschaft am besten rüber?

ONE: Mehr als heiße Luft

Medienstunt von ONE: Riesenballons mit den Gesichtern der Staats- und Regierungschefs der G7 (Foto: Sven Döring/ Agentur Focus)
Riesenballons mit den Gesichtern der Staats- und Regierungschefs der G7 (Foto: Sven Döring/ Agentur Focus)

Mit Riesenballons hat ONE Deutschland von den G7-Staaten mehr als heiße Luft gefordert. Dieses Bild entstand Ende Mai in Dresden, wo die G7-Finanzminister getagt haben (Foto: Sven Döring/ Agentur Focus). Die Ballons stiegen aber auch Anfang Juni in München auf. Das Bild ging international durch die Presse, z.B. hier und hier und hier.

World Vision: SOS in den Alpen

World Vision funkt SOS: „Schiffbruch in den Alpen: Mütter und Kinder zuerst in die Rettungsboote“. Die G7 müssen die Ursachen von Epidemien besser bekämpfen.

Stiftung Weltbevölkerung Medienstunt: Heiraten ist kein Kinderspiel

Die Stiftung Weltbevölkerung fordert von Kanzlerin Merkel vor dem G7-Gipfel mehr Engagement gegen Kinderehen und hat als Kinderbräute verkleidete Schülerinnen auf den Gendarmenmarkt in Berlin geschickt. Die Aktion bildete den Abschluss einer vierwöchigen Kampagne (Foto: Simone M. Neumann).

Heiraten ist kein Kinderspiel. Medienstunt zum G7-Gipfel der Stiftung Weltbevölkerung (Foto: Simone M. Neumann)
Heiraten ist kein Kinderspiel. G7-Aktion der Stiftung Weltbevölkerung (Foto: Simone M. Neumann)

 

Welthungerhilfe: Ernte statt Ende

Die Welthungerhilfe hat kein Pressebild beim Medienstunt inszeniert, aber doch ihr „G7-Motiv“, den Sensenmann, auf die G7-Demo getragen.

Klimazwerge der BUNDjugend

Die BUNDjugend schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie senden eine Botschaft von den Klimaverhandlungen in Bonn an die G7 in Bayern: Die Klimazwerge müssen ihre Versprechen halten und aufhören Märchen zu erzählen, vulgo Subventionierung fossiler Energie stoppen.

Oxfam: G7 vor Richtungsentscheidung

Oxfam sieht die G7 vor einer Richtungsentscheidung (Foto: argum/ Oxfam Deutschland)
Oxfam sieht die G7 vor einer Richtungsentscheidung (Foto: argum/ Oxfam Deutschland)

Oxfam hat seine „Big Heads“ in die bayerischen Alpen geschickt. Die falschen G7-Chefs treten seit Jahren bei G7- oder G8-Gipfeln auf und sind beliebte Fotomotive, z.B. für die Süddeutsche Zeitung. Bei diesem Medienstunt stehen sie vor der Richtungsentscheidung: Gehen sie in Richtung wachsender sozialer Ungleichheit oder in Richtung Armutsbekämpfung?

WWF: Adlerauge auf die G7

Der WWF hat seine Forderungen an die G7 nicht in ein Bild bei einem Medienstunt gepackt, sondern in ein Video: Ein Adler mit Kamera fliegt über Schloss Elmau. Als ich irgendwann verstanden habe, dass der Hashtag #natureiswatchingyou nichts mit Natureis zu tun hatte, fand ich die Botschaft pfiffig. Die WWFjugend hat für bunte Bilder bei der G7-Demo gesorgt.

Greenpeace: 100% Lasershow

 


NACHTRAG 8. JUNI: Greenpeace hat sich visuell direkt an die Staats- und Regierungschefs gewandt: Mit einer riesigen Laserprojektion auf die Berge neben Schloss Elmau forderten sie „G7: 100% Erneuerbare Energien“.

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