Lieber Campaigner/innen, liebe Leser/innen, wir wünschen Euch und Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2012, vor allem auch bei allen Kampagnenaktionen, die ihr und Sie anpacken. Im folgenden ein paar Anregungen, über die wir in den letzten Tagen gestolpert sind:
Youtube für NGOs: Das Project for Awesome (P4A) schafft auf Youtube Aufmerksamkeit für NGO-Anliegen. 2010 sorgte es für 10 Millionen Video-Views, generierte zehntausende Dollar Spenden und war auf Twitter für 36 Stunden Trending Topic. Hunter Walk, Direktor des Youtube-Produktmanagements beschreibt P4A und wie Nonprofits Youtube nutzen können.
Kampagnen-Timeline: Knapp zwei Jahre hat Greenpeace Druck auf Facebook gemacht, den eigenen Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen zu decken (“Unfriend Coal”). Nachzulesen sind die Kampagnenschritte in einer Zeitleiste, die Clicktivist.org zur Nachahmung empfiehlt.
Online-Pressekonferenz: Während hierzulande bei vielen NGO noch Ratlosigkeit besteht, was denn nun von Google+ zu halten ist und ob und wie man mitmachen soll, schildert Alison Raynolds vom International Tibet Network, wie man mit “Hang out” auf Google+ eine (dezentrale) Online-Pressekonferenz abhält.
Prominente auf Facebook: Fünf finnische Prominente haben für einige Tage ihr Facebook-Profil zur Verfügung gestellt und so den Dalit (“Unberührbare”) in Nepal eine Stimme gegeben. Die Reaktionen auf ungewohnte Profilfotos und Statusupdates waren überwältigend, berichten die Macher:
In unserer kleinen Serie “Was NGOs mit Facebook noch machen können” werfe ich heute einen Blick auf Facebook-Spiele. Immerhin spielen jeden Monat 200 Millionen Menschen Farmville, Cityville, MafiaWars und Co. Gefühlt mindestens genauso viele FB-User sind aber auch genervt von penetranten Spiele-Updates ihrer Freunde. Trotz aller Kritik an “Social Games”, also Spielen in Sozialen Netzwerken (Abzocke, Spam, Datensammlei) ist nicht von der Hand zu weisen, was Al Gore in seiner Keynote bei der diesjährigen Games for Change-Festival formulierte: “Games are the new normal.” Experten sagen eine “Gamification” von Bereichen voraus, die eigentlich gar nichts mit Spielen zu tun haben, zum Beispiel soziale oder politische Prozesse.
Das Zauberwort für NGOs lautet “Serious Games”. Damit sind digitale Spiele gemeint, bei denen es nicht nur um Unterhaltung geht, sondern auch Lernprozesse und/oder Informationsvermittlung eine wichtige Rolle spielen (vgl. das Video vom TED-Talk von Jane McGonigal über “Gaming can make a better world”). Seit kurzem haben auch Nonprofit-Organisationen das Thema Online-Spiele entdeckt.
Werde zum “SuperActivist”
Komplexe Themen können in Spielen auf unterhaltsame Weise vermittelt werden und junge Menschen spielerisch für eine “gute Sache” sensibilisiert werden. Konzipiert als “Social Game” mit Facebook-Anbindung, steigt die Chance, dass sich die Botschaften des Spiels viral verbreiten. Exemplarisch möchte ich das Spiel SuperActivist von Deine Stimme gegen Armut vorstellen, an dessen Entwicklung ich beteiligt war und das m.E. eines der wenigen FB-Spiele deutscher NGOs ist (mit “Spiel” meine ich nicht Apps mit denen man rumspielen kann, wie bspw. den großartigen Fairtrade-Soundtrack. Auch QuestCity der Johanniter Unfallhilfe lasse ich außen vor, weil es nicht primär auf Facebook aufsetzt).
Beim SuperActivist wird der Kampagneninhalt von “Deine Stimme gegen Armut” in die virtuelle Welt übersetzt: Überzeuge andere Menschen von der Forderung nach mehr und besserer Entwicklungszusammenarbeit und sammle Unterstützung (Stimmen) dafür. Als Casual Game ist es für das kurze Spielen zwischendurch konzipiert. In sechs Mini-Games kann der Spieler sein Wissen testen, knobeln und Geschicklichkeitsaufgaben lösen. Die Mini-Games nutzen bekannte Spielkonzepte (Pong, Snake, PacMan) und stellen sie in einen anderen, den Kampagnenkontext.
Facebook-Mechanismen werden genutzt
Neben der Sensibilisierung für entwicklungspolitische Inhalte (z.B. beim Quiz) und dem spielerischen Kennenlernen von Kampagnenmechanismen setzt der “SuperActivist” auch auf die virale Verbreitung auf Facebook. Dazu werden einige FB-typische Mechanismen genutzt:
Der eigene Punktestand wird beim Highscore in Relation zu den Freunden angezeigt. Das soll motivieren.
Der Highscore eines jeden einzelnen Mini-Games kann auf der eigenen Pinnwand gepostet werden.
Freunde können per Invite zum Spiel eingeladen werden. Jeder Invite gibt zusätzliche Punkte.
Bewußt wurde darauf verzichtet, zu viele Berechtigungen von den Spielern zu fordern. So darf der “SuperActivist” den Spielern keine E-Mails schicken, jeder Post auf der Pinnwand muss explizit vom Spieler angeklickt werden.
Was meint ihr? Was haltet ihr vom “SuperActivist? Funktioniert ein Kampagnenspiel langfristig?
Facebook ist inzwischen auch in Deutschland das soziale Netzwerk Nummer Eins. Und kaum eine kampagnenorientierte NGO kann es sich noch erlauben keinen Facebook-Auftritt zu haben – schliesslich hat das Netzwerk inzwischen mehr als 20 Millionen aktive Nutzer in der Bundesrepublik. Die meisten Organisationen haben sich auf Facebook eine Fanpage eingerichtet, posten dort (mehr oder minder) regelmässig Updates und kommen mit Unterstützern und Interessenten ins Gespräch. Vielfach sind auf den Organisations-Webseiten inzwischen auch ‘gefällt mir’-Buttons integriert, doch viel mehr passiert nicht. Dass man Facebook auch viel intensiver nutzen kann, haben wir bereits in unserem Beitrag zur WWF-Tiger-Kampagne vorgestellt. Doch seither hat sich viel getan - Facebook hat viele neue Features eingeführt und insbesondere mit dem Open Graph eine Möglichkeit geschaffen, wie auch externe Webseiten das Wissen um soziale Beziehungen innerhalb Facebooks nutzbar machen können.
In einer kleinen Serie werden wie deshalb in den kommenden Wochen Organisationen vorstellen, die Facebook für mehr nutzen als “nur” für eine Fanpage. Den Anfang macht die gemeinnützige Spendenplattform betterplace.org, für die ich tätig bin. betterplace.org ist eine offene Plattform, auf der Organisationen und Privatpersonen aus dem In- und Ausland soziale Projekte vorstellen und für diese Spenden sammeln können. Bei der Projektvorstellung stehen Transparenz, Offenheit und Kommunikation im Mittelpunkt. Als entscheidenen Faktor sieht betterplace.org das Thema Vertrauen. Nur wer einer Organisation oder einer Einzelperson vertraut, wird dieser sein Geld in Form einer Spende “anvertrauen”. Durch die weite Verbreitung von Facebook hat sich betterplace.org nun entschieden die bestehenden Vertrauensmechanismen mit Hilfe der Facebook-API (Schnittstelle) zu ergänzen.
Der Grundgedanke ist dabei folgender: umso näher ein Interessent sich einem auf betterplace.org vorgestellten Projekt fühlt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es unterstützen wird. Deshalb können Interessenten, die sich bei betterplace.org mit ihrem Facebook-Account eingeloggt haben, sehen, ob Freunde oder Bekannte von ihnen in einer Beziehung zu dem Projekt stehen: hat meine Schulfreundin vielleicht dieses Projekt bereits bespendet? Oder hat mein Studienkollege es besucht? Oder kennt meine Cousine sogar den Projekt-Verantwortlichen? All diese Informationen bildet betterplace.org auf einer Karte ab. Natürlich sind diese Informationen nicht für alle sichtbar, sondern immer nur für den jeweiligen Nutzer, dem auch immer nur die möglichen Beziehungen seiner Facebook-Freunde (welche auch bei betterplace.org registriert sind) angezeigt werden. Die Informationen bleiben also quasi “in der eigenen Famile”. Wie das genau aussieht, zeigen diese beiden Karten-Ausschnitte, die der betterplace.org Karte entnommen sind:
Der obere Ausschnitt zeigt die Standard-Karte, auf welcher mit grünen Symbolen alle Projekte angezeigt sind, die auf betterplace.org aktiv sind. Per Mouse-Over wird der Name des Projekts angezeigt, per Klick öffnet sich ein Kasten mit einer Kurzinformation zum Projekt. Loggt man sich nun per Facebook ein, erhält man den unteren Ausschnitt zu sehen. Neben den grünen Symbolen gibt es nun auch blaue Symbole auf der Karte zu sehen. Die blauen Symbole markieren Projekte zu denen meine Facebook-Freunde eine Beziehung haben. In der Kurzinformation wird dem Nutzer dann genauer angezeigt welche Art von Beziehung welcher meiner Freunde zu diesem Projekt hat. Diese Art der Vertrauens-Empfehlungen nutzen in Deutschland bisher insbesondere Online-Medien, wie z.B. SpiegelOnline, die dem Leser anzeigen, welche Artikel seine Facebook-Freunde empfehlen oder verbreiten. Viele weitere Anwendungsmöglichkeiten sind im Rahmen des OpenGraphs denkbar und können auch für NGOs zahlreiche Chancen bieten – insbesondere dort wo es um vertrauensvolle Empfehlungen geht.
In der nächsten Folge unserer kleinen Facebook-Serie werden wir uns mit dem Thema Facebook-Apps und -Spiele befassen.
Landkarten geben den Menschen seit jeher Orientierung. Thematische Karten erweitern das Wisseun um einen Ort oder eine Region. So ist es kaum verwunderlich, dass auch das Internet diesen Ansatz aufgenommen und inzwischen massiv erweitert. Seit dem Start von GoogleMaps im Jahre 2005 ist nahezu jeder Ort auf dieser Welt über das Internet zu erforschen
Wie motivieren NGOs ihre Unterstützer, aktiv zu werden und sich an einer Kampagne zu beteiligen? Dramatische Statistiken zeigen (attraktiv aufgemacht in einer schicken Infografik)? Prominente Unterstützer zeigen, denen es “normale” Menschen nachtun, wie es aktuell bspw. der WWF in seinem Wald.Meister-Kampagnenclip macht? Letzteres ist nach meinem Eindruck in den vergangenen zwei bis drei Jahren
Was wäre, wenn Du für Deine Organisation mit wenigen Klicks eine Onlinepetition einrichten könntest und alle Unterstützer und befreundete Organisationen ein Widget mit der Petition – in Wording und Design angepasst – auf ihrer eigenen Webseite einbinden könnten? Und das obwohl es kein Budget für eine Agentur oder Mitarbeiter mit technischem Know-how gibt. Geht
Wer im deutschsprachigen Raum im Bereich “Onlineaktivismus und NGOs” arbeitet, kommt an der re:campaign nicht vorbei. Zum zweiten Mal trafen sich NGOler, Aktivisten und Social-Media-Profis in Berlin zur Diskussion über “Die besten Kampagnen im Netz”. Der Mix aus Politik, Debatte über Strategien, Techniktipps und Erfahrungsaustausch war sehr gut, auch dank hervorragender Organisation. Ein Rückblick.
Oxfam hat 30 Stunden lang per Videoübertragung live vom 100-km-Spendenlauf “Trailwalker” berichtet. Wie der Livestream umgesetzt wurde, und was die Kampagnenmacher dabei gelernt haben, verraten Euch die Oxfam-Mitarbeiter Robert Dürhager und Judith Orland in diesem Gastbeitrag.
Oxfam Trailwalker: Wandern für einen Guten Zweck (Foto: Oxfam Deutschland)
Der Oxfam Trailwalker ist der “härteste und aufregendste Spendenlauf der Welt”. Teams von je vier Personen laufen oder wandern die 100 km nonstop und haben dazu maximal 30 Stunden Zeit. Um überhaupt starten zu können, muss jedes Team mindestens 2.000 Euro Spenden für Oxfams Bildungsprojekte sammeln. Jedes Vierer-Team hat zwei Unterstützer/innen, die ‘ihrem Team’ an den Checkpoints u.a. frische Wäsche reichen, müde Füße massieren und es zum Durchhalten motivieren. Insgesamt waren zum ersten deutschen Trailwalker am 11. und 12. September 2010 im Harz 96 Vierer-Teams am Start und über 800 Helfer/innen vor Ort und auf der Strecke. Das Webteam von Oxfam hat dieses Großevent über die gesamten 30 Stunden live begleitet.
Die größte Herausforderung für uns war die schwache Internetleitung in Osterode. Mehr als eine 3Mbit-ADSL-Leitung war nicht drin. Zum Glück bot unser livestream.com-Kanal, die Möglichkeit die Qualität des Streams entsprechend niedrig einzustellen. Hinzu kam die schwierige Location. Der Start- und Zielort war über einhundert Meter von unserem Studio mit Internetverbindung entfernet. Um dennoch vom Start und Zieleinlauf senden zu können, mussten wir mit mehreren Routern eine Wlan-Strecke aufbauen.
Die zweite große Herausforderung war an Aufnahmen von der 100-km-Strecke zu kommen. Im Harz ist an UMTS nicht zu denken, weil es teilweise selbst Schwierigkeiten mit dem normalen Handynetz gibt. Deshalb haben wir zwei Filmteams engagiert, die für uns von Checkpoint zu Checkpoint fuhren und kurze Beiträge drehten, die gleich im Auto geschnitten wurden. So erhielten wir alle paar Stunden neue Interviews mit den Helfer/innen an den Checkpoints, Zeitraffer-Impressionen von der Strecke und natürlich Eindrücke von den Teams.
Unser Livestream-Programm bestand aus Kampagnen-Videos, den Beiträgen der Filmteams, Fotostrecken sowie einem stündlichen Live-Update aus dem Studio. Für die stündlichen Live-Updates haben wir Gäste ins Studio eingeladen, unter anderen die Teams nach ihrem 100-km-Lauf.
Liveberichte bringen Einschaltquote
Das Social-Media-Team von Oxfam organisierte den Livestream vom Trailwalker (Foto: Oxfam Deutschland)
Die Zuschauerzahlen belegen: Livestream ist Public Viewing im Netz. Pünktlich zum Start des Trailwalkers, am Samstag um 7.30 Uhr morgens, hatten wir bereits 50 Zuschauer. Ab 9 Uhr ist deren Zahl nicht mehr unter 100 gefallen. Zum Abendprogramm zwischen 20 und 22 Uhr, als auch das erste Team nach knapp 14 Stunden ins Ziel kam, waren es über 300 Zuschauer gleichzeitig. Auch am Sonntagmorgen, als die meisten Teams ins Ziel einliefen, hatten wir über 100 Zuschauer. Durchschnittlich sind die Zuschauer gut acht Minuten lang dabei geblieben und haben den Livestream dreimal in den 30 Stunden aufgerufen.
Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, die Leute immer wieder abzuholen und in das Event einzuführen. Via Ticker haben wir die wichtigsten Infos sowie das nächste Update angekündigt. Aber der Ticker allein reicht nicht. Eine gute Moderation ist unerlässlich. Aufschlussreich war, dass die meisten Zuschauer bei den Live-Updates dabei waren. Wenn wir Kampagnen-Videos gesendet haben, ging die Zuschauerzahl leicht zurück, um dann bei den Updates wieder zu steigen. Das macht die Moderation umso wichtiger.
Facebook hat seinen Fanseiten eine größere Überarbeitung gegönnt, die ab März automatisch zum Standard wird. Viele Funktionen sind dazu gekommen und vieles davon kann gerade auch von NGOs gut genutzt werden. Doch was genau ist neu bei den Facebook-Seiten? Wir haben eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Funktionen aufgeschrieben.
Zunächst einmal gibt es nun eine eigene Ansichten für Administratoren, sprich die sehen Dinge, die der normale Besucher/Fan einer Facebook-Seite nicht sieht. Dies sind unter anderem Statistiken und Tipps für den Administrator, wie er Facebook noch besser nutzen kann (insbesondere versucht Facebook hier Anzeigen zu verkaufen). So sieht zum Beispiel diese Seite für Kampagne2.0 aus:
Für den Besucher/Fan ändert sich die Ansicht und der Aufbau der Seite ebenfalls sehr deutlich. Wie bei privaten Profilen findet sich jetzt zentral oben eine Leiste aus fünf Fotos und die Navigation ist aus den Tabs rechts unter das Logo der jeweiligen Seite gewandert. Facebook verspricht sich hierdurch mehr Aufmerksamkeit für die Navigation, da der Besucher diesen Ort der Navigation eher gewohnt ist. In der rechten Spalte finden sich nun Hinweise darauf wie man mit der jeweiligen Seite interagiert, sprich wer von meinen Freunden auch Fan dieser Seite ist und welche ähnlichen Seiten mir gefallen.
Doch neben dieser auffälligen Änderungen gibt es noch weitere: so ist zum Beispiel das Logo der Seite nur noch 180 Pixel breit. Die Höhe ist auf maximal 540 Pixel beschränkt. Das vorhandene Logo wird automatisch angepasst.
Wirklich toll sind aber zwei ganz neue Funktionen: zum Einen werden Administratoren nun automatisch bei Kommentaren zu ihren Beiträgen per e-mail informiert. Das minimiert die Notwendigkeit seine eigene Seite ständig zu beobachten. Zum Anderen gibt es nun die Funktion Facebook unter dem Seitennamen zu verwenden. Sprich als Administrator kann ich auf fremden Seiten nun nicht mehr nur unter meinem eigenen, sondern auch unter dem meiner Organisation kommentieren bzw. posten. Ein gutes Tool um auch als Organisation in Diskussionen einzugreifen oder aber auch Werbung für die eigene Arbeit zu machen.
Im Sinne der Transparenz ebenfalls schön: man kann alle Administratoren der Seite öffentlich anzeigen, so dass die Besucher/Fans wissen, wer denn hinter der Seite steht bzw. diese betreut.
Und der sicherlich für einige größte Schritt ist, dass Facebook nun iFrames erlaubt, die auf der Fanseite eingesetzt werden können. Also kein arbeiten mehr mit Facebooks eigenener Programmiersprache FBML, sondern es kann nun ein weit verbreiteter Standard eingesetzt werden.
Die Entwicklungshilfsorganisation Welthungerhilfe wird wohl im April hat heute ein neues, eigenes Spenden-Netzwerk starten gestartet. Auf www.123wir.org können Spender “sich mit Projektverantwortlichen und Gleichgesinnten verbinden und austauschen”, sie erhalten über Blogs, Videos Einblicke in die Projekte und den Einsatz ihrer Spenden”. Im Pluralog-Blog wird schon über (Un-)Sinn und möglichen Mehrwert spekuliert.
Die Kampagne “Deine Stimme gegen Armut” hat kurz vor Weihnachten ihre Unterstützer gefragt, welche Aktionsformen sie gut finden und wie sie sich beteiligen würden. Rund 350 Unterstützer beteiligten sich an der Umfrage. Am besten schnitten niedrigschwellige Angebote ab (Unterschriftenaktion, zu Aktion gehen), weniger attraktiv ist es, mit Bundestagsabgeordneten zu reden oder selbst eine Aktion
In Grimms Märchen ist es das Zauberwort “Bricklebrit”, das den Esel dazu bringt, Goldstücke auszuspucken. Für Nonprofits, die ihre Botschaften via Twitter verbreiten wollen, lautet das Zauberwort “JustCoz”.
Die Idee: Twitternutzer, die eine Organisation unterstützen wollen, erklären sich bereit einen Tweet täglich zu spenden. Das heißt, sie erlauben der Organisation, täglich eine Nachricht ungeprüft
Die Proteste gegen den Castor-Transport sind spätestens seit Samstag (06.11.2010) das bestimmende Thema in den Medien. Dafür hat auch die große Mobilisierung gesorgt, die seit einigen Wochen on- und offline ablief. Dies wurde unter anderem von Campact (über 70.000 Unterschriften) und avaaz (über 180.000 Unterschriften) mit einem Aufruf gegen die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke flankiert.
Richtig spannend wurde es dann aber zum Protest-Wochenende: würde es den Demonstranten und Campaignern gelingen ihren Protest auch flankierend zu dokumentieren? Wir hatten vor rund eineinhalb Jahren mal eine derartige Liveberichterstattung von einer Demo getestet (siehe den Blogeintrag hier) und dabei festgestellt, dass dies möglich, aber auch aufwändig ist. Doch in eineinhalb Jahren entwickelt sich auch die Technik weiter und gerade internetfähige Handys sind seitdem viel mehr verbreitet als damals. Weiterlesen Der Castor-Protest: wo Social Media und Bürgerjournalismus (noch) an ihre Grenzen stossen
Der World Wildlife Fund (WWF) konzentriert sich mit seiner Kampagnenarbeit derzeit auf die vom aussterben bedrohten Tiger. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation gibt es weltweit nur noch 3200 freilebende Tiger, diese Zahl soll sich baldmöglichst wieder erhöhen. Der WWF Deutschland hat diese internationale Kampagne voll aufgegriffen und sie auch online über sämtliche Möglichkeiten auf ihrer eigenen Homepage wwf.de abgebildet. Dabei wird zum Beispiel auf einen Splash-Banner zurückgegriffen, der die eigentliche WWF-Startseite überdeckt und den Besucher sofort auf das aktuelle Hauptthema hinweist. Ein kurzer Videospot erklärt den Sachverhalt, der nächste Call-To-Action ist bereits der Spendenbutton.
Spannend ist das WWF Deutschland extra für die internet-affinere (und vermutlich jüngere) Zielgruppe einen eigenen Kampagnen-Tab auf Facebook aufgebaut hat. Über die URL 3200-tiger.de gelangt man auf die WWF-Facebook-Fanseite, die als Startelement eine Unterschriftenaktion beinhaltet. Diese kann man auch unterschreiben ohne bei Facebook Mitglied zu werden, aber die gewünschten Interaktionsmechanismen funtkionieren natürlich erst dann gut, wenn sie von Facebook-Mitgliedern genutzt werden. Dann nämlich wird die Unterstützung für das Tiger-Anliegen auch den eigenen Freunden bei Facebook mitgeteilt.
Besonders interessant an dieser Lösung ist aber die Tatsache, dass der WWF an dieser Stelle einen mutigen – und wie ich finde – richtig Schritt getan hat. Sie haben sich von ihrer eigenen Homepage gelöst und sind dahin gegangen, wo sie die internetaffine und junge Zielgruppe vermutet haben: direkt auf ihre Facebook-Fanpage, ohne Umweg über die eigene Homepage. Mit inzwischen über 12 Millionen Nutzer, hauptsächlich aus der Altersgruppe 14 bis 35 (aktuelle Nutzerdaten via Facebookmarketing), bietet Facebook die derzeit beste Grundlage für Social Media basiertes Campaigning.
Was tun, wenn plötzlich Kritik auf der Facebook-Fanseite der eigenen Kampagne auftaucht und User sich in Kommentaren negativ äußern? Boris Pfeiffer empfiehlt in seinem Gastbeitrag auf facebookmarketing.de 5 Strategien: Keine Gegenangriffe führen, auf Kritik eingehen, Gründe liefern, nicht vorschnell reagieren und die Zeit für sich arbeiten lassen (Foto: Ray-Franco Bouly).