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Teilnehmer/innen der re:campaign in Berlin
Teilnehmer/innen der re:campaign (Foto: Jörg Farys/ Die Projektoren)

Kurz notiert: SMS für Tibet, 25.000 Euro für Hinweise, re:campaign für die Ablage (22. Mai 2012)

Kurze Fundstücke aus der Kampagnenwelt zur Debatte, zur Lektüre und zur Inspiration:

Fahndungsplakat der Kampagne 25000-euro.de in Berlin
Fahndungsplakat (Foto: 25000-euro.de)

Das Zentrum für Politische Schönheit verspricht 25.000 Euro Belohnung für diejenigen, die Hinweise liefern, die zur Verurteilung der Eigentümerfamilie des Waffenkonzern Krauss-Maffei Wegmann führen. Weil deren Panzergeschäft mit Saudi-Arabien legal ist, wollen die Aktivisten die „Panzerfamilie“ durch andere Delikte drankriegen (ob’s klappt? Fahndungsticker verfolgen). Ist das ein neuer Trend zur Crowdjustiz, wie das betterplace-lab fragt, heiligt der Zweck die Mittel oder haben die Kampagnenmacher nur zu viel „Kony 2012“ gesehen (T-Shirt-Verkauf, Plakatklebe-Aktion und Twitter-Aufruf an den @regsprecher lassen das vermuten)? Eine Debatte über Kampagnenethik sollte rasch beginnen.

A propos „Kony 2012“: Chris Rose, britischer Kampagnenexperte, hat die spektakuläre Videokampagne von Invisible Children ausführlich analysiert. Er kommt zu dem Schluss, man solle „Kony 2012“ als Film und dessen Vermarktung begreifen, nicht als Kampagne. Besonders dankbar bin ich Rose, dass er die Debatte in sechs Aspekte zerlegt. Er diskutiert die Machart des Films, seine Verbreitung, Offline-Aktionstag, Menschenrechts-Campaigning allgemein, Macht/Mobilisierung/Aufmerksamkeit und das dahinter liegende Interesse der Aktion (war es christlich-evangelikale Werbung?).

Die Tibet Initiative Deutschland hat eine SMS Aktion für den vor 17 Jahren verschleppten Panchen Lama gestartet. Per Mobiltelefon, Skype oder einem Internet-SMS-Dienst soll man chinesischen Offiziellen eine Nachricht schicken. Hintergrundinfos fehlen, deshalb richtet sich die Aktion wohl nur an einen kleinen Kreis von Aktivisten. Ich wäre gespannt zu erfahren, wie die Herren Jing und Zuo’an reagieren, wenn ständig das Telefon klingelt.

Teilnehmer/innen der re:campaign in Berlin
Teilnehmer/innen der re:campaign (Foto: Jörg Farys/ Die Projektoren)

Die re:campaign, Fachkonferenz für NGO-Onlinekampagnen ist vorbei, Präsentationen gibt es hier, Videos hier und Fotos hier. Was war nicht (oder kaum): Kony, Pinterest, Visionäres. Was ist in: Evergreens sind Monitoring, Storytelling und Video. Was kommt: Debatte um Kampagnen-Ethik, Spezialisierung, Realismus über Potenzial von Online-Campaigning.

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